2. Schongauer Lungentag: Dicke Luft – Gefahr für die Lunge

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Im zweiten Jahr nimmt das Krankenhaus Schongau am Lungentag teil. Erstmalig als Lungenzentrum Pfaffenwinkel.

Freitag, 21. September 2018, von 14 bis 18 Uhr Krankenhaus Schongau

Husten, Atemnot und Schmerzen im Brustkorb sind mit die häufigsten Beschwerden, weswegen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Rauchen gilt als Ursache für 23 Prozent aller Krebsfälle. „Den größten Einfluss hat das Rauchen für Lungenkrebs, Krebserkrankungen der Harnblase, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Darms sowie im Kopf- und Halsbereich“, warnt Christian Sturm, Leiter des Lungenzentrums Pfaffenwinkel.

„Aber auch dicke Luftmacht uns krank“, sagt der Pneumologe Sturm und denkt dabei an die Feinstaubbelastung unserer Innenstädte. „Sport ist gesund aber nur in gesunder Luft“. Beim diesjährigen Programm des Lungentages geht es um die Krankheit COPD als typische Folge von Luftverschmutzung. Patient, Hausarzt und die Spezialisten des Lungenzentrums haben unterschiedliche Blickwinkel auf die Krankheit, die an diesem Lungentag beleuchtet werden.

Was ist die Aufgabe einer Atmungstherapeutin und wie kann die physikalische Therapie unterstützen? Die Besucher erhalten ein umfangreiches Informationsangebot.

 

In diesem Jahr ist erstmalig das Gesundheitsamt des Landkreises mit dabei. Der Leiter Dr. Stefan Günter sieht den Schwerpunkt seiner Aufgabe in der Aufklärung über die Schädlichkeit des Rauchens und vor allem der E-Zigarette, die keinesfalls ein harmloses Vergnügen darstellt. „Fast jeder weiß, dass Tabakkonsum das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen erhöht. Ein erheblicher Teil dieser Fälle ist durch Prävention und die Änderung des Lebensstils vermeidbar!“ sagt Dr. Günther. „Immer noch gibt es Jugendliche, die meinen, es sei cool, zu rauchen. Zum Glück bemerken wir aber hier ein Umdenken. Das ist auch auf die stetige Präventionsarbeit zurück zu führen.“

Unter Bayerns Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren ist der Anteil der Raucher in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden. Nur noch jeder Zwölfte greift zur Zigarette. Auch bei den Erwachsenen geht der Tabakkonsum in letzter Zeit zurück. Demnach betrug die Rauchquote 2012 bei den 25- bis 69-jährigen Männer 35 Prozent, bei den 25- bis 69-jährigen Frauen 28 Prozent (Quelle RKI-Gesundheitssurvey).

E-Zigarette

Günther betont aber auch, dass trotz erfreulicher Trends beim „klassischen“ Rauchverhalten neue Risiken drohen. „Die E-Zigarette ist nicht so harmlos, wie sie von der Tabakindustrie dargestellt wird.“, so der Mediziner. Da bei E-Zigaretten und E-Shishas kein Verbrennungsprozess stattfindet, werden sie häufig als gesündere Alternative zum Rauchen beworben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sowohl nikotinhaltige E-Zigaretten als auch nikotinfreie E-Shishas gesundheitliche Risiken bergen. Es gibt Hinweise darauf, dass beim Dampfen dieser Produkte krebserzeugende Stoffe entstehen, die eingeatmet werden. Außerdem enthalten die Aerosole feine und ultrafeine Partikel. Diese können tief in die Lunge vordringen und dort Entzündungsreaktionen auslösen. Da das Wachstum der Lunge erst im jungen Erwachsenenalter endet, könnte daher die Lungenentwicklung bei Kindern und Jugendlichen beeinträchtigt werden. Auch haben die aromatisierten Liquids zellschädigende Eigenschaften, was sich nachteilig auf die Regeneration des Lungengewebes nach Atemwegsinfektionen auswirken könnte.

Ein weiterer gesundheitlicher Risikofaktor bei nikotinhaltigen E-Zigaretten ist das Nikotin mit seiner gesundheitsschädlichen und suchterzeugenden Wirkung.

Der anfängliche Gebrauch von vermeintlich harmlosen nikotinfreien E-Shishas könnte dazu verleiten, auf herkömmliche Zigaretten umzusteigen. Insbesondere Jugendliche können das Rauchritual einüben und der Einstieg ins Rauchen kann begünstigt werden. Auf diesen sogenannten “ Gateway-Effekt“ deutet eine wachsende Zahl von E-Dampfern hin, die vorher keine Tabakerzeugnisse geraucht haben. Zudem ist aufgrund der großen Produktvielfalt ist nicht bekannt, welche Stoffe im Einzelnen in den Liquids enthalten sind.