Schlafapnoe

Hat Ihr Partner sich über nächtliches Schnarchen oder Atempausen beschwert? Leiden Sie unter Konzentrationsstörungen oder morgendliche Müdigkeit, sodass Sie nach dem Frühstück sofort wieder ins Bett fallen könnten? Wurde bereits ein Bluthochdruck oder ein Schlagfanfall bei Ihnen diagnostiziert?

Dies alles sind Fragen, die bei positiver Antwort auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom hinweisen können. Aber leider wird der Erkrankung noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl sie für eine verringerte Lebenserwartung verantwortlich ist und gut behandelt werden kann.

Man unterscheidet eine obstruktive sowie eine zentrale Form der Schlaf-Apnoe, es kommen aber auch Mischbilder vor. Bei der zentralen Form liegt eine Schädigung des Gehirns vor z.B. nach Infekten wie Borreliose oder Schlaganfällen, hierdurch vergisst das Gehirn nachts die Ansteuerung der Atemmuskulatur. Diese Form ist selten, bei der häufigeren obstruktiven Form kommt es durch ein Zurücksinken des Zungengrundes zu einer Verlegung der Atemwege, die als Schnarchen mit Atemaussetzern vom Partner im Bett wahrgenommen werden können.

Die Atempausen könnten teilweise bis zu mehrereMinuten anhalten und über 100 Mal pro Stunde auftreten. Hierdurch erreicht der Schlaf-Apnoe-Patient nicht die erholsame Tiefschlaf-Phase, es treten Weckphasen auf, um wieder Sauerstoff in die Lungen zu bringen. Die Weckphasen werden meist vom Patienten nicht bewusst wahrgenommen, führen aber zu Morgenmüdigkeit und Konzentrationsstörungen. Zusätzlich schüttet der Körper als „Panikreaktion“ Adrenalin aus, das zu schnellem Puls und erhöhtem Blutdruck führt. Hierdurch kann es zu Bluthochdruck-Erkrankungen kommen, auch Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern treten vermehrt auf. Medikamentös lassen sich die Veränderungen am Herz nur ungenügend behandeln, durch Dehnung der Herzhöhlen kommt es zu nächtlichem Wasserdrang, der zusätzliche Schlaf-Unterbrechungen bedingt.

Diagnose der Schlaf-Apnoe

Hier bietet sich die Möglichkeit einer Screening-Untersuchung, die ähnlich wie eine Langzeit-EKG-Aufzeichnung abläuft. Der Patient bekommt ein Kästchen  mit Sauerstoffbrille und Fingerclip umgehängt. Hierdurch erkennt das Aufzeichnungsgerät das Umdrehen im Bett sowie über die Brille die Ein- und Ausatmung. So können Atempausen erfasst und gezählt werden, über die Sauerstoffmessung ist der Sauerstoff-Abfall im Blut ersichtlich. Hieraus wird ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) erstellt, bei einem AHI von >30 liegt ein schweres Schlaf-Apnoe-Syndrom vor, <15 ein leichtes.

Als erste Maßnahme kommt eine Verbesserung der „Schlafhygiene“ in Frage. Neben Allgemeinmaßnahmen wie Gewichtsabnahme sollten vor dem Schlafen auf Alkohol, Nikotin sowie Schlafmittel verzichtet werden, da diese den Gaumen zusätzlich „weich“ machen. Die Rückenlage sollte vermieden werden, auch eine Schnarchschiene sowie eine Operation durch den HNO-Arzt kann Besserung bringen. Sollte trotz dieser Maßnahmen der Apnoe-Hypopnoe-Index erhöht bleiben, ist die Anpassung eines CPAP-Gerätes im Schlaf-Labor die erfolgreichste Maßnahme. In den letzten Jahren hat die Verträglichkeit der CPAP-Geräte zugenommen. Durch kleine Nasenmasken sowie kleine und leise Geräte hat die Akzeptanz zugenommen. Dies Geräte können auch problemlos in den Urlaub mitgenommen werden. Gegen trockene Schleimhäute ist eine Befeuchtung verfügbar.

Im weiteren Verlauf kontrollieren das anpassende Schlaflabor sowie die Lungenfachärzte die Wirksamkeit des CPAP-Gerätes, außerdem sollte bei Bluthochdruck sowie Rhythmusstörungen eine Vorstellung beim Kardiologen erfolgen. Innerhalb der Krankenhaus GmbH steht das Team um Dr. Wilhelm Fischer für weitere Rückfragen zur Verfügung

Klinik Schongau
Innere Medizin
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Chefarzt Innere Medizin Klinik Schongau

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Ltd. Oberarzt Innere Medizin

Christian Sturm

Ltd. Oberarzt Innere Medizin