Krampfadern

Krampfadern: Iher Folgen und Behandlungsmöglichkeiten

Krampfadern sind kein rein kosmetisches Problem, sondern können unbehandelt schwere Komplikationen nach sich ziehen. Das weiß auch das Team der Gefäß- und Endovaskulärchirurgie der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau aus der Praxis zu berichten. Die Abteilung unter Leitung von Dr. Peter Baumann (ab 1.8.2016) versorgt an den Kliniken Weilheim und Schongau Patienten mit Gefäßerkrankungen.

Wie entstehen Krampfadern?

Um die Beine ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, erbringt nicht nur das Herz tagtäglich eine Höchstleistung. Auch die Verteilersysteme, bestehend aus Venen und Arterien, halten dabei einem enormen Druck stand. Besonders hoch ist der Druck in den Arterien, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den Körper leiten. In den Venen, die das sauerstoffarme Blut wiederum zum Herzen zurückführen, herrscht zwar ein geringerer Druck, doch arbeiten hier alle Organe gegen die Schwerkraft an: Durch die Muskel-Venen-Pumpe, die bei jeder Beinbewegung aktiv ist, wird das Blut Richtung Herz nach oben gepumpt. Venenklappen verhindern, dass das Blut zurückfließt. Bei Venen- und Bindegewebsschwäche können Venenwände erschlaffen und Venenklappen nicht mehr ausreichend schließen, sodass das Blut aus den oberflächlichen Venen nicht mehr abfließt. Mit der Zeit können so strangförmige Aussackungen entstehen, die gemeinhin unter dem Begriff Krampfadern (med. Varizen) bekannt sind.

 Wer leidet unter Krampfadern?

Unter Krampfadern leiden sowohl Männer als auch Frauen. Laut Zahlen der Deutschen Gefäßliga hat jede zweite Frau und jeder vierte Mann Krampfadern. Jeder achte Erwachsene ist von einer fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung betroffen.

In 90 Prozent der Fälle ist die Venenschwäche auf eine familiäre Veranlagung zurückzuführen. Darüberhinaus begünstigen Übergewicht, stehende und sitzende Tätigkeiten, Schwangerschaften sowie Bewegungsmangel die Entstehung von Krampfadern. Bevor diese als dicke Schnüre vor allem an den Waden sichtbar werden, äußern sich Venenbeschwerden beispielsweise in Form von schweren Beinen. Hier kann das Hochlagern der Beine und das Tragen von Kompressionsstrümpfen Linderung verschaffen. Weiterhin ist angeraten, mit Bewegung sowie kalten Beinduschen die Durchblutung der Beine zu fördern.

Sind die Beschwerden schon etwas ausgeprägter oder zeichnen sich die knotenähnlichen Aussackungen bereits sichtbar am Bein ab, sollte der Gefäßspezialist aufgesucht werden, damit eine spezielle Diagnostik (bildgebende Ultraschalluntersuchung) erfolgen kann, um einen schweren Verlauf der Erkrankung zu verhindern.

Das Krampfaderleiden kann schwere Komplikationen nach sich ziehen. Dazu gehört beispielsweise die Venenstauung. Erste Anzeichen dafür sind kleine dunkelblaue Äderchen, sogenannte Varizennester, an der Knöchelinnenseite. Im weiteren Krankheitsverlauf kann eine starke Pigmentierung der Haut und die Bildung eines Ekzems folgen. Im schlimmsten Fall entsteht aus der Venenstauung im Endstadium ein „offenes Bein“, also eine chronisch venöse Insuffizienz. Die Behandlung ist dann äußerst langwierig und schwierig. Zu den weitreichenden Komplikationen des Krampfaderleidens gehört neben oberflächlichen Venenentzündungen auch die Entstehung einer Thrombose der tiefen Vene, was die Gefahr einer Lungenembolie drastisch erhöht. Daher ist es wichtig, dass sich Patienten mit Krampfadern einer fachärztlichen Untersuchung mittels Ultraschall unterziehen, damit das Ausmaß der Erkrankung richtig diagnostiziert und behandelt werden kann.

Operativer Eingriff

Ausgeprägte Krampfadern sollten operativ entfernt werden. Dabei wird die krankhafte Vene gestrippt bzw. gezogen. Dies erfolgt minimal-invasiv, d. h. mit kleinen kaum sichtbaren Schnitten. Der Eingriff selbst ist komplikationsarm und in der Regel bleiben Patienten dafür einen Tag in der Klinik. Nach dem Eingriff ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen für circa vier Wochen Pflicht.

Über die Krampfaderbehandlung hinaus bietet das Team der Gefäßchirurgie ein breites Diagnose- und Behandlungsspektrum sämtlicher arterieller wie venöser Erkrankungen an. Dazu gehört die Operation an der Halsschlagader ebenso wie die Behandlung von Aussackungen der Bauchschlagader und arterieller Durchblutungsstörungen („Raucherbein“ oder „Diabetischer Fuß“) durch interventionelle und operative Verfahren.

Klinik Weilheim
Gefäßchirurgie
Telefon 0881 188-580
Telefax 0881 188-579

Klinik Schongau
Gefäßchirurgie
Telefon 08861 215-292
Telefax 08861 215-693

Weitere Behandlungsschwerpunkte der Gefäßchirurgie

  • Eingriffe an der Halsschlagader (Carotischirurgie)
  • Operationen der Beckenschlagadern
  • Operationen der Aorta bei Erweiterungen (Bauchaortenaneurysma) oder Verschlüssen, sowie Rekonstruktionen bei arterieller Verschlusskrankheit (Bypass-Operationen, Ausschälplastiken, Dilatationen und Stentimplantationen).
  • Behandlung von Beingeschwüren (Ulcus cruris)
  • Dialyse-Shunt-Operationen

Ihre Ansprechpartner

Dr. Peter Baumann

Chefarzt Gefäß- und Endovaskulärchirurgie

Michael Schierlinger

Leitenden Oberarzt

Peter Langenegger

Oberarzt Gefäßchirurgie

Dr. Fayez Nasralla

Oberarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie